In Poznań erinnert die Vorstellung eher an eine Kunstgalerie, die man im beliebigen Moment betreten oder verlassen kann. Multichannel Kopfhörer und die neuartige Aufführungsstruktur geben den Zuschauern die Möglichkeit, am Drama ganz individuell teilzunehmen.

Kleczewska zeigt „Hamlet“ in Form eines Besuchs in einer Kunstgalerie

Autor/in: Katarzyna Wakuła
Veröffentlicht am August 9, 2019

Am 7. Juni 2019 fand die „Hamlet“-Inszenierung im Polnischen Theater in Posen (Poznan, Polen) statt.
Die 4196. Uraufführung des Shakespeares-Stücks wurde von der polnischen Regisseurin Maja Kleczewska inszeniert. Dank der Szenografie des Künstlers Zbigniew Libera verwandelte sich Stara Rzeźnia in Elsynor. Die Präsentation war für die Öffentlichkeit für mehrere Stunden zugänglich und – wie in einer Kunstgalerie – konnte man jederzeit mitmachen oder sie verlassen. Dank der Mehrkanal-Kopfhörer wählte der Betrachter selbst, welche Passagen er sich anhören wollte.

Die so gesinnte Struktur des Shakespeare Dramas ermöglichte es dem Publikum, sich mit Schauspielern und Kunstfiguren frei im Saal zu bewegen. Die Zuschauer unterwarfen sich individuell dem Einfluss der Schauspieler, aber auch der neuen Medien, zeitgenössischer Musik und einer Vielzahl von Reizen, die aus der selektiven, fragmentierten Weltauffassung fließen. Die Regisseurin schuf so einen utopischen Raum, in dem Zuschauer und Schauspieler einen neuen sozialen Körper, eine neue Sensibilität und eine neue Welt schufen.

Die Geschichte von Hamlet, von William Shakespeare zwischen 1599-1602 geschrieben, ist zu einem kulturellen Code geworden, der seit fünf Jahrhunderten auf der ganzen Welt weitergegeben wird. Das zwanzigste Jahrhundert ist endgültig vorbei und seine Lektion wurde vergessen. Wir brauchen neue Instrumente, um das Moderne zu beschreiben. Hamlet, gespielt vom ukrainischen Schauspieler Roman Lutsky, fragt nach den Möglichkeiten eines neuen Mannes, der auf den Ruinen überholter Ideen und Behörden steht. Hamlet führt hier und jetzt den generatiosnübergreifenden und interkulturellen Dialog. ist keine spektakuläre, es ist eine Aktion. Wer beobachtet und wer wird beobachtet? – sagt Maja Kleczewska, Regisseurin des Spektakels.

Tickets kosten 70 PLN und 40 PLN * ermäßigt. Die Vorstellungen fanden im Juni zwischen 18.00 und 20.30 Uhr statt.

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Eine Aufführung nach dem Drama „Hamlet, Duke of Denmark“ von W. Shakespearei In der Übersetzung von St. Baranczak und nach H. Müllers „Hamletmachine“ in der Übersetzung von J. St. Burasa

Premiere – 7. Juni 2019
Stara Rzeźnia in Posen

Regie – Maja Kleczewska
Dramaturgie – Lukasz Chotkowski
Choreographie-Kaya Koodziejczyk
Szenografie – Zbigniew Libera
Lichtrichtung und Fotos – Marcin Koszaka
Kostüme – Konrad Parol
Musik – Cezary Duchnowski
Musikmanagement – Adam Domurat
Inhaltliche Zusammenarbeit – Paulina Skorupska
Assistentin des Regisseurs, Inspizientin – Magdalena Matusewicz
Assistentin des Szenographen – Ewa Maaas
Kostümassistent – Emil Wysocki
Sprachberatung – Martyna Strychalska
Produktion – Zuzanna Géowacka, Andrzej Szwaczyk

Urheber: redaction

Datum: 07.06.2019
Uhrzeit: 18:00 - 20:30
Lokalisierung: 27 Grudnia 8/10, 61-737 Poznań


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