hoedecke. „Jäger und Gejagter im deutschen Wald“, 1972

K. H. Hödicke beschenkt Münchner Museen

Karl Horst Hödicke ehrt Münchner Museen mit großer Schenkung. Die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne erhält das fünfteilige Werk „Jäger und Gejagter im deutschen Wald“ (1972) und sechs weitere Werke gehen an das Museum Brandhorst, welches diese nun im Rahmen der Ausstellung „Spot On: German Pop“ zeigt.

Das monumentale Bild „Jäger und Gejagter im deutschen Wald“ zählt zu K. H. Hödickes Hauptwerken. 1972 entstanden, vereint zentrale Merkmale seines künstlerischen Gesamtschaffens: die Gleichzeitigkeit des Erhabenen und des Banalen, von Humor und tiefer Ernsthaftigkeit. Bewusste Bezugnahmen zum Abstrakten Expressionismus, zur Op-Art oder zum Oberflächenkult eines Andy Warhol sind unübersehbar. Die ironische Überhöhung lässt an den lakonischen Bildwitz eines Sigmar Polke denken. Ein fünfteiliges Werk geht an die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne und ist dort ab sofort zu sehen.

„Ich habe wichtige Jahre meiner Kindheit und Jugend in München verbracht“, begründet der Künstler seine Entscheidung. „Hier beeindruckte mich der Farbenrausch der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ bei vielen Besuchen im Lenbachhaus. Daneben begeisterte ich mich auch für die malerische Freiheit der alten Meister in der Pinakothek. Die Erfahrungen aus München haben mein eigenes künstlerisches Schaffen begleitet und so freue ich mich sehr, die herausragenden Bestände deutscher Malerei in den Münchner Sammlungen nun mit einigen meiner Werke ergänzen zu können.“

K. H. Hödicke, „U-Bahn“, 1964
K. H. Hödicke, „U-Bahn“, 1964

Das 1964 in Berlin entstandene Bild „U-Bahn“ zählt zu den Schlüsselwerken Hödickes. Nach seinem abstrakten Frühwerk markiert es den „verzweifelten Versuch, gegenständlich zu werden“. Um das zentral gesetzte, blau-weiße U-Bahn-Schild drängen sich Eindrücke urbaner Betriebsamkeit, die Hödicke auf seinen Spaziergängen in der Nähe des Kurfürstendamms sammelte. Wir sehen die Tür eines vorbeifahrenden U-Bahn-Wagons, angeschnittene Ladenschilder („Automaten-Buffet“) und Absperrungen. Als wolle er die Industrialisierung der Alltagswelt auch materiell unterstreichen, hat Hödicke glänzende Streifen von Alupapier ins Bild geklebt. Die Mischung aus Zeichnung, Malerei und Assemblage fügt sich so zu einer „Action-Collage“ des Berliner Großstadtlebens zwischen Faszination und Entfremdung. Alle Werke von K. H. Hödicke sind nun im Rahmen von „Spot On: German Pop“ von 20. Oktober 2020 bis 30. Juni 2021 im Museum Brandhorst ausgestellt.

Der 1938 in Nürnberg geborene Karl Horst Hödicke gehört, neben Jörg Immendorff, Sigmar Polke, Georg Baselitz und Gerhard Richter einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Nachkriegsmalerei. Von seinen Anfängen in der gestischen Abstraktion der 1950er-Jahre über seine Auseinandersetzung mit der Pop-Art seine konzeptuellen Bildentwürfe in den 1970er-Jahren bis hin zu seiner neo-expressiven Werkphase spielte er eine prägende Rolle. Seit seinem Umzug nach Berlin 1957 hat Hödicke die wechselvolle Geschichte Berlins – Mauerbau, Kalter Krieg und Wiedervereinigung – hautnah miterlebt und in seinen Bildern verarbeitet. Zuvor verbrachte er die prägenden Jahre seiner Kindheit und Jugend in München. Mit der Schenkung zentraler Werke ehrt er nun die Museen der Stadt seiner Kindheit.

Auf dem Bild oben: K. H. Hödicke, „Jäger und Gejagter im deutschen Wald“, 1972

(Pressemitteilung/kw)

 

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