Die Welt vor Hundert Jahren ist im Münchner Stadtmuseum zu sehen

Autor/in: Katarzyna Wakuła
Veröffentlicht am November 3, 2020

„Welt im Umbruch. Von Otto Dix bis August Sander – Kunst der 20er Jahre“ beleuchtet eine Zeit der Extreme und Gegensätze, voller Hoffnung und Elend, Licht und Schatten, die auch Assoziationen an die Gegenwart wecken. In Kürze folgen die Online-Beiträge zu dieser Sonderausstellung. 

Im Dialog zwischen Malerei und Fotografie stellt die Ausstellung Höhepunkte einer Kultur vor, die künstlerisch voller Innovationen steckte und in der sich zugleich Vorboten des kulturellen Niedergangs im Nationalsozialismus mehrten. Die moderne Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit in der Malerei und des Neuen Sehens in der Fotografie strebte eine sachliche und realistisch-veristische Wiedergabe des Bildgegenstands an. Charakteristisch ist der kühle distanzierte Blick auf das Geschehen, der die Welt ohne Illusionen, nüchtern und weitgehend emotionslos erfasst. In Abkehr von dem hymnischen Pathos des Expressionismus richteten die Maler*innen nunmehr ihre Aufmerksamkeit auf vermeintlich Banales, auf den Alltag der Großstadt und auf „hässliche“ Sujets.

Die kurierte von Dr. Ulrich Pohlmann und Dr. Kathrin Baumstark Ausstellung spürt diesem künstlerischen Dialog zwischen Malerei und Fotografie erstmals mit besonderem Fokus auf sieben Kapitel nach: Stillleben/Die Dinge, Maschinenkunst und Technikkult, Akt und Selbstbildnisse, Individualporträt und Typenbildnis, Architektur/Stadtansicht sowie politische Collagen. Das letzte Kapitel präsentiert Arbeiten von Karl Hubbuch, Georg Scholz und John Heartfield, in denen sich die gesellschaftliche Entwicklung in der Weimarer Republik kritisch verdichtet.

Ausstellung und Publikation präsentieren Werke von Künstler*innen, die in Deutschland zwischen 1920 und 1935 gelebt und gewirkt haben. Neben circa 250 Fotografien, Gemälden und Grafiken werden auch die wichtigsten Fotopublikationen der Zeit zu sehen sein. Die Künstler*innen der Ausstellung sind u.a. Aenne Biermann, Erwin Blumenfeld, Otto Dix, Hugo Erfurth, Carl Grossberg, George Grosz, Florence Henri, Hannah Höch, Karl Hubbuch, Germaine Krull, El Lissitzky, László Moholy-Nagy, Albert Renger-Patzsch, Walter Peterhans, Max Radler, August Sander, Georg Scholz, Sasha Stone, Umbo.

Die Kunstwerke stammen aus mehr als 30 privaten und öffentlichen Sammlungen wie Berlinische Galerie, Galerie Berinson Berlin, Museum Folkwang Essen, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Museum Ludwig Köln, Städtische Galerie im Lenbachhaus München, Pinakothek der Moderne München, Sammlung Dietmar Siegert München, Von der Heydt-Museum Wuppertal sowie dem Münchner Stadtmuseum.

Zur Ausstellung ist eine Publikation im Hirmer Verlag erschienen mit Aufsätzen von Kathrin Baumstark, Simone Förster, Miriam Halwani, Ulrich Pohlmann, Esther Ruelfs, Bernd Stiegler und Katharina Sykora.

„Welt im Umbruch. Von Otto Dix bis August Sander – Kunst der 20er Jahre“
Münchner Stadtmuseum
bis 10.01.2021
sonderausstellungen

3.11.2020
(kw)

Datum: 02.10.2020 - 10.01.2021
Lokalisierung: Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1 80331 München


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